Lehre an der KLF

 

Kurse der Universität / Übungen

Die Teilnahme an diesen Lehrveranstaltungen erfordert eine Inskription oder Mitbelegung an der Universität Wien. Alle Lehrveranstaltungen sind Bestandteil des normalen Lehrplanes der Universität Wien, und eine online Anmeldung via UNIVIS ist erforderlich.


Ethologische Übungen

Die Universität Wien bietet ein dreiwöchiges Praktikum and der Forschungsstelle an (300188UE).

Die Übungen sind eine Einführung in das praktische Arbeiten in der Verhaltensbiologie, und eine Teilnahme der zugehörigen Vorlesung "Einführung in die Ethologie" (Prof. Kotrschal; Universität Wien) wird empfohlen. In den drei Wochen führen die Studenten ein eigenständiges Projekt an Graugänsen, Waldrappen oder Rabenvögel durch. Die Übung beinhaltet alle Aspekte der wissenschaftlichen Forschung von der Planung, der Datennahme, der Auswertung bis zur Abfassung eines wissenschaftlichen Berichts. Die Studenten sind während des Praktikums an der Forschungsstelle untergebracht. Es gilt zu beachten, dass es sich hierbei um einen Feldkurs handelt. Die Bereitschaft bei jeder Witterung und an den Wochenende zu Arbeiten wird vorausgesetzt. Weitere Information sind in den Hinweisen zum Praktikum zu finden. Da die Forschungsstelle internationale Mitarbeiter beschäftigt, ist fließendes Englisch erforderlich.


Methoden der Feldforschung

Der erste Teil des Kurses "Methoden der Feldforschung" (300253UE) setzt den Schwerpunkt auf Vögel un findet im Almtal statt.

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, verschiedene Methoden der Feldforschung kennenzulernen. Innerhalb des 4-tägigen Kurses lernen Studenten Fang-Wiederfang, Markiermethoden inklusive Vogelberingung, Geschlechtsbestimmung, Erhebung morphologischer und physiologischer Parameter, Telemetrie, Bestimmung von Aktionsradien, Methoden der Verhaltensbeobachtung im Feld, Habitatkartierung, und Datenauswertung. Die aktive Mitarbeit im Feld und das Verfassen eines schriftlichen Protokolls für beide Kursteile ist erforderlich.


Mensch - Tier - Beziehung

Die beiden Teile der VO (300557VO) behandeln die Anthrozoologie: Bio-psychologische Grundlagen der Mensch-Tierbeziehung; (Kotrschal), sowie Menschen und Tiere in der Stadt (Sumasgutner).

Teil Kotrschal: Die Beziehung zu Kumpantieren ist typisch menschlich, sie wurde bereits von altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern praktiziert und gewinnt in modernen, urbanen Gesellschaften weiter an Bedeutung. Aber warum WOLLEN, und warum KÖNNEN Menschen mit anderen Tieren Zusammenleben? Weil Menschen „biophil“ sind und weil wir einen Gutteil der sozialen Mechanismen aufgrund der gemeinsamen Stammesgeschichte und paralleler Evolution mit anderen Tieren Teilen. Vor allem ein Blick auf die Evolution der Gehirne der Wirbeltiere bis zum Menschen zeigt, wie unglaublich vie wir mit den anderen Tieren teilen. Darum können wir auch miteinender sozial sein - wenn wir denn wollen.
Die positiven Wirkungen des Lebens mit Kumpantieren und andere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Menschen an ein Leben in Kontakt zu Natur und Tieren angepasst sind. Als besonderes Beispiel für eine lange und tiefe Kumpantierbeziehung wird das Bündnis altsteinzeitlicher Jäger und Sammler mit Eurasischen Wölfen erörtert, das vor etwa 35 000 Jahren begann – und aus dem schließlich die modernen Hunde hervorgingen.
Teil Sumasgutner: Im zweiten Teil der Lehrveranstaltung wird die städtische Mensch-Tier Beziehung erörtert. Wildtiere in der Stadt sind für viele Menschen der einzige Kontakt zur Natur, weshalb sie einen besonderen Stellenwert einnehmen der sich je nach soziologischem, sozialpsychologischem und kulturwissenschaftlichem Hintergrund unterscheidet. Dazu werden Beispiele aus aller Welt diskutiert, nicht nur positive Beziehungen, sondern auch human-wildlife Konflikte, die etwa entstehen, wenn Beutegreifer, oder Tiere die potentiell gefährlich sind für Haus- und Nutztiere – oder auch für Menschen selbst – in Siedlungen und Städte einwandern. Weitere Beispiele betreffen „human subsidies and ritual animal-feeding practices“ oder den „merit-bird release (prayer release)“, Rituale die tief in Kulturen verankert sind, und dem Tier eine spirituelle Bedeutung zukommen lassen die wiederum für den Naturschutz relevant sein kann. Im Abschluss werden neue Forschungsergebnisse besprochen, die durch die aktuelle Pandemie entstanden sind. Lockdowns haben es erstmals ermöglicht, den Einfluss von anthropogener Infrastruktur von direkten menschlichen Störungen zu trennen, was zu neuen Erkenntnissen welche Einflüsse der Mensch auf die Tierwelt hat – und welche Bedeutung das Tier für uns Menschen einnimmt – geführt hat.

 

Sehr Wichtig

Zecken sind im Almtal sehr häufig und können Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Eine Impfung vor dem Antritt der Kurse ist dringend empfohlen.