Logo der Universität Wien

Biografie

 

1903: Konrad Zacharias Lorenz (KL) wurde am 7. November als letztes von 3 Kindern von Emma Lorenz und Dr. Adolf Lorenz, Professor für Orthopädie beim medizinischen Zweig der Universität Wien, in Altenberg/Österreich geboren. Zeitgleich wurde das große Anwesen der Familie in Altenberg fertiggestellt.

1907: KL beginnt Haustiere zu halten. Dazu gehören Molche, Enten und ein Dackel.

1909: KL kommt in die Volksschule und beginnt Studien an Krebstieren.

1910: Oskar Heinroth, Biologe und Entwickler von „vergleichender Verhaltensforschung „ aus Berlin und Mentor des jungen KL, publiziert seine Forschungen über die Ethologie von Enten.

1915: KL fängt am Schottengymnasium in Wien an und züchtet Singvögel.

1918: Wallace Craig veröffentlich die vergleichende Ethologie von Columbidae (Tauben), ein Klassiker von US-Biologe Charles O. Whitman, welcher wie O. Heinroth, ein Gründungsvater der vergleichenden Ethologie war.

1921: KL sticht in seinen letzten Prüfungen besonders heraus. Gemeinsam mit seinem Freund Bernahrd Hellmann observiert und experimentiert er mit den Aggressionen des Barsches. Dies war die Basis von KL’s psychohydraulischem Modell der Motivation.

1922: Vater Adolf schickt KL nach New York, damit dieser 2 Semester Medizin an der Columbia University belegen kann. Hauptsächlich aber wollte er die Beziehung zu seiner späteren Frau Gretl Gebhart stören. KL verbrachte jedoch mehr Zeit mit dem Studium der Meeresorganismen als mit seinem eigentlichen Studienthema. KL trifft dabei den US-Biologen Thomas Hunt Morgan.

1924: KL startet eine erfolgreiche, 10-jährige Karriere als Motorrad Rennfahrer.

1926: KL zieht die Dohle „Tschock“ groß und erstellt seine Theorien in Prägung.

1927: KL und Gretl Gebhardt, beides Medizinstudenten, heiraten am 24. Juni.

1928: Sohn Thomas wird am 31. Oktober in Wien geboren. KL beendet seinen Doktor und akzeptiert eine Stelle als Assistenzprofessor am 2. Anatomischen Institut der Universität Wien (Leiter: Ferdinand Hochstetter). KL studiert Zoologie und kreuzt einen deutschen Schäferhund mit einem Chow Chow, daraus resultiert ein Hund mit sehr faszinierendem Verhalten („Stasi“). In den 1960er Jahren wurde eine neue Hunderasse daraus gezüchtet – die „Eurasier“.

1930: KL bricht sich den Unterkiefer bei einem Motorrad Unfall und trägt seit dem seinen charakteristischen Bart.

1931: KL trifft Oskar Heinroth um ersten Mal und beginnt eine 10 Jahre lange Korrespondenz, hauptsächlich über das Verhalten von Vögeln. Diese Briefe wurden im Jahr 1988 von Otto König veröffentlicht.

1932: Als KL einen gefangenen Star beobachtet, diskutiert er über die Möglichkeit, dass das Verhalten vielleicht spontan auftritt und arbeitet daher seine viel debattierte Theorie des psychohydraulischen Modells der Motivation aus.
Die deutsche Ornithologen-Gesellschaft hält ihr jährliches Treffen in Wien ab. Teilnehmer, unter Anderem der König von Rumänien, besuchen KL’s ornithologische Versuchsanstalt in Altenberg.

1933: KL beendet seinen Doktor der Zoologie mit Studien über den Vogelflug

1934: KL trifft Julian Huxley bei einer ornithologischen Konferenz in Oxford.

1935: Ferdinand Hochstetter geht in den Ruhestand und KL beendet seine Anstellung als Assistenzprofessor in der medizinischen Fakultät der Universität Wien. Er arbeitet gemeinsam mit einem Psychologen der Universität Wien, Karl Bühler, und fängt bald darauf an das Verhalten von Tieren zu ignorieren, um sich einer evolutionären Theorie über die Psychologie von Mensch und Tier widmen zu können.

1936: Graugans „Martina“ wurde von KL von Hand aufgezogen. Dies hat eine lebenslange Verbindung von KL zu Graugänsen aufgebaut. Er trifft Niko Tinbergen bei einem Symposium an der Leiden Universität.

1937: KL trifft Erich von Holst in Berlin. Das Treffen war der Beginn einer lebenslangen Kooperation, da sie beide realisierten, dass sie zur selben Zeit, unabhängig voneinander, „Spontanität“ des Verhaltens gefunden haben.
Im frühen Sommer experimentierten KL und Niko Tinbergen an „Instinkt Dressur Verschränkung“ und erforschten die Besonderheiten von Verhaltensmustern der Graugänse.
Gemeinsam mit Otto Köhler wird KL Schreiber der „Zeitschrift für Tierpsychologie“  (heute „Ethologie“). Erste übersetzte Publikationen von KL werden in den US veröffentlicht. Er schreibt zwei große Arbeiten über Instinkt und wird Privatdozent für Anatomie und Tierpsychologie an der Universität Wien.

1938: Nazis besetzten Österreich. KL wird NSDAP Mitglied, weil er an den wissenschaftlichen Vorstellungen der Nazis interessiert ist. Jedoch war er immer ein Gegner von Rassismus. KL hofft, dass man ihm das Kaiser- Wilhelm Forschungsinstitut (Max Planck Institut) in Altenberg überlässt.

1940: Belehrt von Erich von Holst und Eduard Baumarten, wird KL Professor für Psychologie an der Universität Königsberg. KL beschreibt das „Kindchenschema“, sein Doktorstudent Alfred Seitz arbeitet an der „Reizsummenregel“.

1941: Tochter Dagmar wird in Wien geboren. Die Familie zieht nach Königsberg. Am 10. Oktober wird KL von der deutschen Armee einberufen. Eine große Publikation von KL über Kant taucht auf.

1942: KL arbeitet als Psychiater im Militärkrankenhaus in Posen. Er setzt wissenschaftliche Arbeit fort. Er wiederlegt ein weiteres mal die Theorie von Bierens de Haan über Instinkte und die Anpassung der Instinkte.

1944: Er wird als Soldat in Russland eingesetzt und kurz darauf Kriegsgefangener in Witbsk/Russland.

1945: KL bleibt Gefangener in Armenien bis 1948. Zu Hause war KL schon offiziell tot erklärt. KL kümmert sich um Mitgefangene und schreibt ein Manuskript über Ethologie generell und besonders über Grundsätze von menschlicher Ethologie  auf Abfallpapier.

1946: Vater Adolf Lorenz stirbt im Alter von 92 in Altenberg

1948: KL kehrt nach Altenberg zurück. Mit dabei hat er den in Armenien aufgezogenen Star „Friedrich“ und das „russische Manuskript“. Das Manuskript blieb eine Zeit lang unveröffentlicht, ging in den 1960ern verloren und wurde nach seinem Tod in seinem Zuhause in Altenberg gefunden. Es wurde 1992 von seiner Tochter Agnes veröffentlicht.

1949: KL bleibt in Warteposition. Er startet eine privatfinanzierte Forschungsstation für vergleichende Ethologie in Altenberg, unter dem „Protektorat“ der österreichischen Akademie für Wissenschaft. Sir Peter Scott versucht KL als einen Forscher nach Slimbridge/England zu holen. Als Antwort darauf bezahlt die deutsche Max Planck Gesellschaft KL um in Altenberg zu bleiben.
Seine Familie überzeugt KL mit seinem Talent Geld zu verdienen. Er schreibt und veröffentlicht zwei populäre Bücher, welche bis heute Bestseller sind. Eines davon ist das Buch „Er redetet mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen“, das andere ist „So kam der Mensch auf den Hund“.

1950: Das erste Treffen von Forschern der Ethologie nach dem Krieg wird in Wilhelmshafen/Deutschland abgehalten.
Die Max Planck Gesellschaft gründet das erste KL Institut für Verhaltensforschung in Buldern/Norddeutschland, wohin KL im Oktober mit Forschern aus Wien zieht.
KL wird Ehrenmitglied der „British Association for the Study of Animal Behavior“ (ASAB).

1951: KL wird zum Ehrenmitglied der deutschen Ornithologen-Vereinigung und der amerikanischen Ornithologen-Vereinigung. Das ist der Beginn einer langen Serie von Auszeichnungen, Ehrenmitgliedschaften und Ehrenauszeichnungen auf der ganzen Welt.

1952: Niko Tinbergen veröffentlicht seine „Instinktlehre“.

1954: Treffen über „Instinkt“ in Paris. KL trifft seinen wissenschaftlichen Gegner, den US-Psychologen Daniel Lehrman. Der Konflikt über den naturorientierten Ethologen KL und dem naturorientierten Psychologen resultiert in einer produktiven Diskussion, welche Treibstoff für jahrzehntelange Forschung wird.
Die Max Planck Gesellschaft baut ein neues Institut für KL und Erich von Holst in Süddeutschland.

1960: Das erste Mal in seinem Leben ging KL auf einen Tauchgang in das Korallenriff von Florida. Dies unterstützte seine Ideen über die Funktion von Färbungen und bietet den Treibstoff für sein wichtiges Buch „Das sogenannte Böse“.

1963: KL veröffentlicht das vielumstrittene Buch „Das sogenannte Böse“, welches zum ersten Mal die „Triebstauhypothese“ enthält. Dies startete eine Welle von Forschung im Bereich Aggression.

1971: KL veröffentlicht „Die 8 Todsünden der zivilisierten Menschheit“, eine Diskussion über menschlich-soziale Probleme von einem evolutionären Standpunkt.

1973: KL geht in den Ruhestand von seiner Position als Leiter des MPI in Seewiesen und kehrt nach Österreich zurück. Bei der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal/Österreich etablierte er eine Schar von 100 Graugänsen.
Er veröffentlicht das Buch „Die Rückseite des Spiegels“.
Am 10. Dezember wird ihm gemeinsam mit Niko Tinbergen und Karl von Frisch, für die Theorie von menschlichen und tierischen Verhalten, der Nobelpreis im Bereich Psychologie und Medizin verliehen.

1974: KL plant und baut seine 34000 Liter Riffaquarium in Altenberg. Er verbringt die Winter mit der Forschung über Fische in Altenberg, die Sommer mit der Forschung über Graugänse in Grünau. Erkenntnisse über Fische blieben zum Großteil unveröffentlicht. Der Hauptteil dieser Forschung waren die Beobachtungen an Halfterfischen, welche Jahre nach seinem Tod veröffentlicht wurden.

1978: KL veröffentlicht das Buch „Vergleichende Verhaltensforschung“

1981: Das Konrad Lorenz Institut der österreichischen Akademie der Wissenschaften, mit Zweigstellen in Grünau und Altenberg, wurde gegründet.

1988: Sein letztes Buch über das Verhalten von Graugänsen „Hier bin ich, wo bist du?) wurde veröffentlicht.

1989: KL stirbt im Alter von 86 Jahren in Altenberg.

1990: Es gibt drei Konrad Lorenz Institute in Österreich die sich mit der Forschung von Verhaltensbiologie beschäftigen:

  • Das „Konrad Lorenz Institut für vergleichende Verhaltensforschung“ in Wien
  • Das „Konrad Lorenz Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung“ in Altenberg
  • Die „Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie“ in Grünau

Schrift:

KLF Logo
Konrad Lorenz Forschungsstelle
Fischerau 11
4645 Grünau


T: +43 7616 8510
E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0